Tauchen mit Handicap / Behinderung ?
Behindert und dann auch noch tauchen !? Geht denn das überhaupt ? Diese Fragen, die immer wieder kritisch und misstrauisch gestellt werden, sind mit einem eindeutigen „ JA ! “ zu beantworten ! Gerade für behinderte Menschen hat Tauchen immense Vorteile ! Unter anderem verhilft es zur Entwicklung und Aufrechterhaltung von - Bewegungsfunktionen
- Muskelgewebe
- Koordination
- Atmung
Tauchen mit körperlichen Einschränkungen
In den meisten Veröffentlichungen über das Tauchen heißt es, Tauchen sei der herrlichste Sport, den man sich denken kann. Für Menschen, die in ihrer körperlichen Bewegungsmöglichkeit eingeschränkt sind, bedeutet es weit mehr. Genauso wie Taucher ohne Einschränkungen sind sie denselben gesundheitlichen, physikalischen und mentalen Gesetzmäßigkeiten unterworfen. Das Tauchen wirkt wie eine Therapie und vermittelt vollkommenes Wohlfühlen ebenso wie die Freude am Erfolg über das Erlernte. .
Der Abschluß einer Tauchausbildung kann je nach den körperlichen Möglichkeiten in drei Stufen zertifiziert werden. Diese Stufen gehen vom selbstständigen Tauchen mit einem erfahrenen Tauchbegleiter bis hin zum Tauchen mit einem Tauchlehrer und einem Tauchbegleiter. . . .aller Anfang ist leicht!
Die ersten Tauchgänge sind sogenannte „Schnuppertauchgänge“ im Hallenbad. Die Ausbildung für Personen mit Handicap wird von uns grundsätzlich in einem für Behinderte speziell eingerichteten Hallenbad durchgeführt. Familienmitglieder, der Freund oder die Freundin sind dazu ebenfalls herzlich eingeladen. Hier lernt der Anfänger zunächst den Umgang mit dem Tauchgerät und erlangt erste Kenntnisse der notwendigen Theorie. Wenn der Tauchanfänger feststellt, daß Tauchen für ihn eine neue Lebenserfahrung werden kann, ist der nächste Schritt der Weg zu einem Taucherarzt. Nach der ärztlichen Tauchtauglichkeitsuntersuchung steht einer Ausbildung gemäß den Richtlinien der GTDA e.V oder des FST e.V nichts mehr im Wege
Lesen Sie dazu die Meinung eines Mediziners: Begründung der Indikation einer Tauchtherapie
Eine Tauchtherapie fördert die Integration und das Selbstbewusstsein behinderter Menschen. Im Rahmen der Rehabilitation ist es wertvoll, dass Ausdauer und Kraft trainiert werden. Die Koordination wird durch die Gewichtslosigkeit unter Wasser verbessert. Die Sitzbalance wird besser, Kreislauf und Stoffwechsel werden angeregt. Der äußere Wasserdruck fördert den Blut- und Lymphrückstrom, wodurch der Ödemneigung entgegengewirkt wird.
Sehr positiv wirkt sich eine Tauchtherapie auf die Atmung aus. Die Atemmuskulatur wird gestärkt und anschließend ist die Atmung ruhiger und tiefer. Dies führt zu einer verbesserten Ventilation der Lunge, zu einem verbesserten Gasaustausch und zu einer Entspannung der Patienten. Die Neigung zu Muskelspasmen lässt nach. Dadurch werden Kontrakturen vermieden. Die Wirbelsäule wird gestreckt und die Rückenmuskulatur entspannt.
Insgesamt verbessert die Tauchtherapie den Allgemeinzustand in einem Ausmaß, das mit herkömmlichen Bewegungstherapien kaum zu erreichen ist.
Dr. med. Martin Kranich Facharzt für Allgemeinmedizin/ Homöpathie-Orthomolekularmedizin |