Atemreglerservice - wieso ist das nötig.
Hier erfahren Sie, weshalb eine Atemreglerwartung nicht nur sinnvoll, sondern im Sinne der Sicherheit und Gewährleistung überlebens-notwendigl ist..
Nur ein Atemregler, der herstellerkonform konfiguriert ist und in den vom Hersteller vorgeschriebenen Intervallen gewartet wurde, befindet sich innerhalb der versicherten Garantieleistung! Das bedeutet im Klartext, dass der Hersteller von jeglicher Haftung befreit wird, wenn der Atemregler nicht ordnungsgemäß und von autorisiertem Personal gewartet wurde.
Ablauf einer jährlichen Revision: Optische Begutachtung:
Der Techniker kontrolliert das System auf offensichtliche Mängel, wie z. B. poröse oder eingerissene Schläuche, Schlag- und Kratzspuren an den Stufen oder gar Brüche an den Kunststoffteilen. ERSTE MESSUNG
Nach der optischen Begutachtung wird das System unter Druck gesetzt und der Mitteldruck wird gemessen. Bei dieser Messung kann der Techniker bereits feststellen, ob das System einwandfrei funktioniert. Viele Systeme haben Mitteldruckschwankungen oder Mitteldruckanstiege, die sowohl aus der unregelmäßigen Benutzung (Urlaubstaucher), aber auch aus dem häufigen Gebrauch resultieren können. Man stellt den Mitteldruck mithilfe eines Ventils her. Dieses Ventil ist das "Herz" des Atemreglers. Es besteht aus einem Ventil und einem Ventilsitz. Da diese beiden Teile mit einer sehr starken Mitteldruckfeder aufeinander gepresst werden, kann es hier zu Verschleißerscheinungen oder Pressriefen kommen. Außerdem werden das Finimeter und der Inflatorschlauch auf Dichtigkeit und Funktion geprüft, sowie die zweite Stufe und der Oktopus auf deren Funktion hin. DEMONTAGE
Das komplette System wird demontiert. Üblicherweise schraubt der Techniker zuerst alle angeschlossenen Schläuche von der ersten Stufe. Danach wird die komplette erste Stufe in ihre Einzelteile zerlegt. Nach der Demontage werden alle O-Ringe und Teflonscheiben der Stufe entfernt und entwertet. Dies ist eine Vorschrift der Hersteller, um zu gewährleisten, dass die demontierten O-Ringe nicht wieder verwendet werden. REINIGUNG
Sobald alle O-Ringe entfernt sind, werden alle Metallteile mit einem Reinigungsmittel in einem Ultraschallbad gereinigt. Das Ultraschallbad reinigt die Metallteile nicht nur von Verunreinigungen, sondern auch von Korrosionsspuren. Nach dem Bad werden die Teile zum Abtropfen auf ein weiches Tuch gelegt. Nach dem Abtropfen trocknet der Techniker die Einzelteile, mittels einer Druckluftpistole von den letzten Wasserresten. Dadurch wird zusätzlich gewährleistet, dass die Einzelteile auch staubfrei sind.
Die Demontage und Reinigung wird dann ebenfalls bei den zweiten Stufen durchgeführt.
Von den Schläuchen werden ebenfalls die O-Ringe entfernt und entwertet und die Anschlüsse, sofern verschmutzt, auch kurz in das Ultraschallbad getaucht, um Korrosionsspuren und Verunreinigungen zu entfernen.
Jedes Hochdruckinstrument (Finimeter oder luftintegrierte Computer) haben so genannte Hochdruckswivel. Dies ist ein kleines Metallkompensationsröhrchen, das mit zwei sehr kleinen O-Ringen gedichtet ist. Auch diese werden entfernt und entwertet und das Swivel wird im Ultraschallbad gereinigt. MONTAGE
Nachdem alle Teile gründlich gereinigt wurden, werden die Stufen wieder montiert. Hierzu werden die vom Hersteller vorgeschriebenen Original-Revisionssätze, die aus allen benötigten neuen O-Ringen und Verschleißteilen bestehen, verwendet. Die O-Ringe werden nach Herstellerangaben z.T. leicht mit Silikonfett benetzt. JUSTIERUNG
Nachdem das System wieder vollständig zusammengebaut wurde, wird die erste Mitteldruckmessung durchgeführt. Hierbei muss der Techniker das System auf den Mitteldruck einstellen, der vom Hersteller vorgeschrieben ist. Nachdem der Mitteldruck an der ersten Stufe eingestellt ist, müssen die Kipphebel der zweiten Stufen auf ihr Ansprechverhalten nach Herstellerangaben justiert werden. Hierbei ist es wichtig, dem Hauptregler eine Einstellung zu geben, die dem Benutzer einen komfortablen Einatemwiderstand gewährleistet. Der Oktopus sollte hingegen so eingestellt sein, dass er nicht zu empfindlich reagiert, damit er nicht abbläst, wenn er ins Wasser geführt wird, aber trotzdem noch eine komfortable Atmung gewährleistet. Nachdem das System justiert wurde, wird noch ein anschließender Dichtigkeitstest durchgeführt, indem man den kompletten Regler an eine Pressluftflasche anschließt und in ein Wasserbad legt, um Undichtigkeiten festzustellen. Der fertige Regler bleibt nun ca. 24 Stunden liegen, damit sich die Teile "setzen" können. Danach wird der Mitteldruck und das Ansprechverhalten der 2. Stufen noch einmal überprüft und ggf. nachjustiert. KOSTEN
Häufig beklagen sich Kunden über den Preis einer Revision. Wie diese Kosten entstehen, möchten wir Ihnen an dieser Stelle erläutern. Insgesamt werden Teile in Höhe von ca. 40,00 Euro - 70,00 Euro verwendet, da alle dynamischen und statischen Verschleißteile ausgetauscht werden. Zudem benötigt selbst ein versierter Techniker ca. 1,5 - 2,0 Stunden für eine ordnungsgemäße Wartung. Sicherlich sind die Wartungskosten in Bezug auf den Anschaffungspreis hoch, jedoch sollte man nicht vergessen, dass es sich um ein lebenserhaltendes System handelt, welches dem Benutzer die Luftzufuhr unter Wasser garantiert und bis auf die Metall- und Gehäuseteile nahezu der gesamte mechanische Aufbau des Reglers ausgetauscht wird. |